WIEDER UND WIEDER...

 

In unserem Leben gibt es Situationen, die sich immer und immer wieder wiederholen. Manchmal wiederholen sie sich stets mit der gleichen Person und manchmal wiederholt sich einfach die Situation, aber jeweils mit anderen Mitspielern und in anderer Umgebung.

 

 

 

Wir ärgern uns, dass uns das schon wieder passiert ist und fragen uns weshalb wir solche Situationen immer wieder anziehen.

 

Ich denke, jeder von uns kennt das :-).

 

Meistens sind dies Muster, die unterbewusst ablaufen und es hängt mit einem Thema zusammen, das wahrgenommen werden möchte.

 

Sobald wir das unbewusst ablaufende Muster und das Thema dahinter erkennen können, also von einer Art Beobachterperspektive wahrnehmen können, ist das schon mal der erste Schritt, um das Muster verändern oder auflösen zu können.

 

Aus meiner persönlichen Erfahrungen und der Arbeit mit meinen Klienten, habe ich festgestellt, dass es in den meisten Fällen nicht reicht, dass man sich nur des Musters bewusst ist, damit es dann verschwindet. Sondern dass es noch ein paar weitere Runden von dieser Situation braucht, bis wir wirklich aus dem Hamsterrad aussteigen können.

 

Schliesslich sind diese unterbewusst (später halbbewusst oder sogar ganz bewusst) ablaufenden Muster und Spielchen etwas, das wir kennen und uns bekannt ist. Und alles, was wir bereits kennen, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Die wiederholende Situation kann zum Teil noch so zerstörend oder verletzend sein, aber wir bleiben lieber weiterhin in dieser Situation, als dass wir uns ins Neue und Unbekannte wagen.

Ja, denn es ist die Angst vor dem Unbekannten und den möglichen Konsequenzen, die uns lähmt und noch einige Runden davon abhält, aus der Situation auszusteigen, etwas in UNSEREM Verhalten zu ändern und einfach mal anders zu reagieren, als wir eben gewohnt sind.

 

Ich persönlich habe sogar erlebt, dass ich ganz bewusst wusste, dass wenn ich diesen Schritt jetzt mache, sich dieses Muster ein weiteres Mal wiederholen wird und ich wieder verletzt werde. Ich stand sozusagen vor der Löwengrube und wusste genau, dass dort ein Löwe drin ist, der mich töten wird, wenn ich rein springe. Und trotz dieses Wissens bin ich hineingesprungen, da ich zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht anders konnte und es wahrscheinlich einfach noch mal ganz bewusst erleben musste/wollte.

Und ja... ich wurde gefressen!

 

Aber es war trotzdem irgendwie anders. Da ich ja wusste, was passieren würde und ich mich aber dennoch (bewusst) für diesen Schritt entschieden habe, bin ich nicht mehr so tief ins Opferverhalten gefallen, wie sonst. Denn oft schon durch die Bewusstwerdung alleine, dass man eine Wahl hat, kann sich eine Situation vollkommen verändern.

 

Ich sehe dieses Verhalten, dass man trotz des Wissens wieder und wieder in die Grube springt, anstatt rundherum zu gehen, sehr sehr oft und von Aussen gesehen, kann man das Verhalten dieses Menschen vielfach nicht ganz verstehen.

 

Aber ich glaube, dass es ein Prozess ist, sich von Verhaltensmustern zu lösen und dass die bewusste Erfahrung der Situation zum Heilungsprozess dazu gehört.

Nach mehr oder weniger bewussten Runden, macht es dann plötzlich „Klick“ und dann endlich wagt man den Schritt aus der Komfortzone ins Unbekannte und Neue.

 

Sehr wichtig finde ich, dass wir andere und uns selber nicht verurteilen, wenn wir merken, dass wir noch mal und noch mal eine Runde drehen, sondern uns Verständnis und Geduld entgegenbringen, dem Heilungsprozess (der bei jedem anders abläuft) vertrauen und ihm Raum geben.

 

Denkt daran, alles hat seinen Sinn und geschieht zum richtigen Zeitpunkt!

 

Alles Liebe

Jelka